Nachrichten aus insonne: „sozusagen“

Neulich war ich Zuhörer einer hochinteressanten Diskussion über Karl Marx. Karl Marx, die SPD und wir; oder so ähnlich war der Titel. Die Argumente für und über Marx hinaus waren sehr nachvollziehbar. Prof. Herfried Münkler, wie immer süffisant, Herr Stegner von der SPD hat sogar mal die Mundwinkel hochgehoben und Frau Kruke, als Moderatorin war gut aber irgendwie überflüssig. Oder doch nicht. Von ihr ging der rhetorische Wasserfall: „sozusagen….“ aus. Fast jeder Satz von ihr und dann von den Diskutanten wurde mit dieser Floskel verwässert. Warum kommt einem das Wort so leicht über die Lippen. Meine Erklärung: Es ist eine Denkpause ohne den Mund zu halten…

Erste Nachricht aus „insonne“

Ab sofort gibt es aus gegebenem Anlass meine Nachrichten aus „insonne“: heute die erste. Ab sofort habe ich wieder eine Kolumne. Heute: Arbeiten im Café. Ein guter Bekannter von mir, Jaroslav Hasek, hat seinerzeit in Prag eine kleine Rubrik in der Zeitung gehabt: „Verkehrsnachrichten“. Er sollte recherchieren und dann aufschreiben, was in der Stadt so los war, verkehrstechnisch. Nun muss man wissen, dass zu dieser Zeit in Prag die ersten Straßenbahnen fuhren. Und ein Artikel von Jaroslav hatte die Überschrift: „Der stärkste Ringer Prags wirft Straßenbahn um“. Das hatte er zwar erfunden, aber die kurze Notiz wurde Stadtgespräch und Joroslav Hasek weltberühmt.